Wasser – Der Stoff des Lebens
Die Erde wird oft als „Blauer Planet" bezeichnet.
Betrachtet man unseren Planeten aus dem Weltall, fällt sofort auf, dass Wasser die Oberfläche dominiert. Rund 71 Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt.
Doch obwohl Wasser scheinbar überall vorhanden ist, steht nur ein kleiner Teil davon als Trinkwasser zur Verfügung. Etwa 97 Prozent des Wassers auf der Erde befinden sich in den Ozeanen und sind salzig. Nur etwa drei Prozent sind Süßwasser. Davon wiederum steckt der größte Teil in Gletschern, Eisflächen oder tiefen Grundwasserschichten. Sauberes Trinkwasser ist also viel wertvoller, als viele Menschen glauben.
Wasser in unserem Körper
Wasser ist nicht nur um uns herum. Wasser ist auch ein Teil von uns. Der menschliche Körper besteht zu etwa siebzig Prozent aus Wasser. Bei Säuglingen liegt dieser Anteil sogar bei über achzig Prozent.
Das bedeutet, dass ein Erwachsener mit achtzig Kilogramm Körpergewicht ungefähr achtundvierzig Liter Wasser in seinem Körper trägt. Dieses Wasser erfüllt lebenswichtige Aufgaben.
Es transportiert Nährstoffe zu den Zellen. Es bringt Sauerstoff dorthin, wo er benötigt wird.
Es reguliert die Körpertemperatur.
Es unterstützt die Verdauung.
Und es hilft dabei, Abfallstoffe aus dem Körper zu entfernen.
Jede einzelne Zelle unseres Körpers benötigt Wasser, um zu funktionieren. Ohne Wasser kommt der Stoffwechsel zum Erliegen.
Was passiert bei Wassermangel?
Vielleicht haben Sie schon einmal erlebt, wie sich Durst anfühlt. Schon ein leichter Flüssigkeitsmangel kann unsere Konzentration beeinträchtigen. Wir fühlen uns müde. Unsere Leistungsfähigkeit sinkt. Kopfschmerzen können auftreten.
Bei stärkerem Wassermangel wird es gefährlich. Das Blut wird zähflüssiger. Der Kreislauf gerät aus dem Gleichgewicht. Die Körpertemperatur steigt. Organe können ihre Aufgaben nicht mehr richtig erfüllen.
Während Menschen mehrere Wochen ohne Nahrung überleben können, ist dies ohne Wasser meist nur wenige Tage möglich. Wasser gehört deshalb zu den wichtigsten Voraussetzungen für unser Überleben.
Wasser ermöglicht das Leben der Pflanzen
Nicht nur Menschen brauchen Wasser. Auch Pflanzen sind auf Wasser angewiesen. Über ihre Wurzeln nehmen sie Wasser und darin gelöste Mineralstoffe aus dem Boden auf. Diese Stoffe werden durch die Pflanze transportiert und versorgen Blätter, Stängel und Früchte.
Außerdem benötigen Pflanzen Wasser für die Photosynthese. Dabei wird Sonnenlicht genutzt, um aus Wasser und Kohlendioxid Energie zu gewinnen. Als Nebenprodukt entsteht Sauerstoff.
Der Sauerstoff, den wir täglich atmen, stammt zum großen Teil aus diesem Prozess. Ohne Wasser gäbe es keine Photosynthese. Und ohne Photosynthese gäbe es keinen Sauerstoff zum Atmen.
Wasser verbindet alle Lebewesen
Wasser ist die Grundlage nahezu aller Lebensräume. In Seen, Flüssen und Meeren leben unzählige Tier- und Pflanzenarten. Viele Tiere sind direkt auf Gewässer angewiesen. Andere benötigen Wasserstellen zum Trinken. Selbst in trockenen Wüstenregionen entscheidet Wasser über Leben und Tod. Wo Wasser vorhanden ist, entsteht Leben. Wo Wasser fehlt, wird Leben schwierig oder unmöglich. Wasser verbindet deshalb alle Lebewesen auf der Erde miteinander.
Die erstaunlichen Eigenschaften des Wassers
Wissenschaftlerbezeichnen Wasser oft als eine außergewöhnliche Substanz. Und tatsächlich
besitzt Wasser Eigenschaften, die für das Leben entscheidend sind.
Eine davon ist die hohe Wärmespeicherfähigkeit. Wasser kann große Mengen Wärme aufnehmen und langsam wieder abgeben. Dadurch werden starke Temperaturschwankungen auf der Erde ausgeglichen. Ozeane wirken wie riesige Wärmespeicher und beeinflussen das Klima ganzer Kontinente.
Eine weitere Besonderheit ist, dass Eis auf Wasser schwimmt. Das erscheint uns selbstverständlich, ist aber in der Natur ungewöhnlich. Die meisten Stoffe werden beim Gefrieren schwerer und sinken. Wasser verhält sich anders. Dadurch frieren Seen im Winter von oben nach unten zu. Unter der Eisdecke bleibt flüssiges Wasser erhalten. Fische und andere Wasserlebewesen können dort überleben. Ohne diese Eigenschaft wären viele Gewässer im Winter lebensfeindlich.
Der Wasserkreislauf – Die Lebensader unseres Planeten
Wasser befindet sich ständig in Bewegung. Durch die Wärme der Sonne verdunstet Wasser aus Meeren, Seen und Böden. Der Wasserdampf steigt auf und bildet Wolken.
Später fällt das Wasser als Regen oder Schnee wieder auf die Erde zurück. Ein Teil versickert im Boden und bildet Grundwasser. Ein anderer Teil fließt über Bäche und Flüsse zurück ins Meer.
Dieser natürliche Kreislauf versorgt Menschen, Tiere und Pflanzen seit Millionen von Jahren mit frischem Wasser. Ohne diesen Kreislauf wäre Leben auf der Erde nicht möglich.
Wasser und die Suche nach Leben im Universum
Wenn Raumsonden fremde Planeten oder Monde untersuchen, suchen Wissenschaftler fast immer zuerst nach Wasser. Warum?
Weil überall dort, wo wir Leben kennen, Wasser vorhanden ist. Auf dem Mars wurden Hinweise auf früheres Wasser gefunden. Auch auf einigen Monden des Jupiter und Saturn vermuten Forscher gewaltige Ozeane unter dicken Eisschichten. Wasser gilt deshalb als einer der wichtigsten Hinweise auf mögliches außerirdisches Leben.
Wasser ist weit mehr als nur ein Getränk:
Es bildet die Grundlage unseres Körpers.
Es macht Pflanzenwachstum möglich.
Es versorgt Tiere und Menschen.
Es beeinflusst unser Klima.
Es verbindet alle Lebensräume auf der Erde.
Und ohne Wasser gäbe es kein Leben, wie wir es heute kennen.
Wenn Sie das nächste Mal ein Glas Wasser trinken, denken Sie daran, welch außergewöhnliche
Rolle Wasser für unseren Planeten und für unser eigenes Leben spielt.